Mit dem Motorrad zum Nordkap

Als wir (Jörg, Ralf und ich Bernd) mit der Planung für unsere Nordkap Tour begannen, hatte Jörg eine BMW R 1100 S, Ralf eine K 1100 RS und ich heizte mit einer Honda CBR 900 Fireblade durchs Bergische Land.Fireblade
Fireblade

Eine Wochenendtour von über 1000 km Landstraße brachte mich zu der Überzeugung, dass die Fireblade für die Nordkap-Tour nicht das richtige Motorrad ist. Ich kaufte mir im September 2007 eine 1991 er Transalp, weil die Schmerzen nach der Wochenendtour (Rücken, Kniegelenke und Handgelenke) auf der Rennsemmel schon recht heftig waren.

Hochgerechnet auf drei Wochen und über 7000 km mußte das unerträglich werden.

Irgend wann muss man dem Alter Tribut zollen (Jahrgang 1953).

Als ich die Transe ende März 2007 beim Honda Händler zur großen Inspektion anmelden wollte hatte der eine Transalp BJ 2005 mit gerademal 17000 km auf der Uhr da stehen.

Komplett mit allem Zubehör was man für so eine Reise braucht. Fazit: Fairer Preis, faire Inzahlungnahme: Gekauft.

Transalp
Transalp

Ich hätte niemals gedacht das man mit 53 PS auf der Landstraße so flott unterwegs sein kann. Das sind immerhin 80 PS weniger als bei der Firerblade.

Jörg kaufte sich im März 2007 eine neue R 1200 GS, weil er auch bedenken wegen der Sitzposition auf der R 1100 S bei der langen Tour hatte.

Ralfs K 1100 RS ist mit Sicherheit das Richtige Motorrad für diese Tour, so dass wir jetzt super ausgestattet sind.

Am 18. Mai haben wir nochmal eine kleine gemeinsame Ausfahrt unternommen, an der auch Regina und Erika als Sozia teilnahmen und haben festgestellt dass es mit den Mopeds prima klappt.

Gemeinsame Ausfahrt
Gemeinsame Ausfahrt

 

Ich hatte da zunächst einige Bedenken, schließlich haben die beiden fast doppelt so viele Pferde unterm Sitz wie ich.

Jetzt sind es nur noch drei Wochen und wir müssen nur noch den Rest der Ausrüstung zusammen kratzen.

Am 20. Mai war die Transalp nochmal beim Hondahändler, der mir die beim Kauf versprochenen Reifen und das Kettenkit montiert hat. Außer dem habe ich die hohe MRA Tourenscheibe durch die originale ersetzt.

 

1. Tag: 07.06.2008 Remscheid - Maribo 543 km, gesamt 543 km

 

Am 07.Juni ist es endlich soweit. Wir treffen uns mit unseren Frauen bei uns zum Frühstück und um 9:40 Uhr geht es los in Richtung Norden.

Abfahrt
Abfahrt

 

Wir kommen nach einer relativ ereignislosen Autobahnfahrt (natürlich mit dem obligatorischen Stau am Kamener Kreutz) um 17:30 Uhr in Puttgarden an und fahren um 17:45 Uhr mit der Fähre. Den Campingplatz in Maribo erreichen wir um 19:00 Uhr und mieten die letzte freie Hütte. Mit Dusche und WC für 48 €.

Maribo
Maribo

Maribo
Maribo

 

Es war den ganzen Tag mächtig heiß, wir waren für solche Temperaturen nicht ausgerüstet und haben ordentlich geschwitzt.

 

2. Tag 08.06.2008 Maribo - Mellerud 563 km gesamt 1126 km

 

Die Fahrt bei sonnigem Wetter war relativ unspektakulär und hinter Göteborg verlassen wir endlich die Autobahn. Wir mieten eine kleine aber feine Hütte für 60 €, zwar ohne Dusche und WC, aber direkt hinter der Hütte ist ein kleines Häuschen mit sanitären Einrichtungen.

 

Wir bereiten uns auf das Fußballspiel Deutschland-Polen vor. Im Restaurant gibt es einen Fernseher, aber die wollen um 22:00 Uhr schließen. Wir bestellen uns um 21:45 jeder einen riesigen Hamburger und brauchen natürlich bis zum Spielende, um diesen aufzuessen. Das Personal war leicht sauer, aber wir haben das Spiel in voller Länge mit schwedischem Kommentar gesehen.

Mellerud
Mellerud

Mellerud
Mellerud

Bei dem Fußballspiel (Sieg) gesellte sich ein junges Paar aus Leipzig zu uns. Sie hatten eine ähnliche Route wie wir geplant. Sie fuhr eine CBF 1000 und er eine SV 1000.

 

3. Tag 09.06.2008 Mellerud - Mora 356 km gesamt 1482 km

 

An der Landstrasse von Mellerud nach Mora, die fast nur geradeaus verläuft zweigen wir bei einem Hinweisschild für ein Restaurant nach links ab um eine Kleinigkeit zu Essen. Das erweist sich als absoluter Glücksfall. Es geht ca. 2km in herrlichen Kurven Bergauf zu einem Aussichtspunkt in der ansonsten nur leicht hügeligen Landschaft. von dort hat man einen tollen blick über die Wälder und Seen.

Ausichtspunkt
Ausichtspunkt

Um 18:30 treffen wir auf dem Campingplatz in Mora ein und nehmen eine Winzige Hütte für 45 €, die zwar vier Betten hat, aber die Eingangstür ist wohl eher für kleinere Leute gedacht als für uns.

Mora
Mora

An dem Eingang hat sich zum Glück keiner den Schädel eingerannt aber dafür haben uns am Abend die Mücken heftigst zerstochen.

Nach dem Abendessen (Tütensuppe und Bier) fängt es leicht an zu tröpfeln und wir müssen schnell unsere Sachen ins Trockene bringen.

Nachts um 1:30 Uhr drückt das Bier und ich muss raus, da die Hütte keine Toilette hat.

Draußen ist es Taghell.

 

4. Tag 10.06.2008 Mora - Ramvik 414 km gesamt 1896

 

Der Regen gestern Abend war zum Glück nur ein kleiner Schauer. Es ist leicht bewölkt und ca. 19 Grad, also ideal zum Fahren. Da es auf dem Platz keine Einkaufsmöglichkeit gibt frühstücken wir an der nächsten Tankstelle.

gegen Mittag kommen wir in ein heftiges Gewitter und am späten Nachmittag setzt Dauerregen ein.

Um 18:45 Uhr kommen wir in Ramvik auf einem Campingplatz unter deutscher Leitung an und bereiten unser Abendmahl: Tütensuppe und Bier von der Tanke mit 3,5% Alkohol, da unsere mitgenommenen Vorräte verbraucht sind.

 

5. Tag 11.06.2008 Ramvik - Lulea 457 km gesamt 2353

 

Um 9:30 geht es weiter, bei erfrischenden 8 Grad aber im trockenen.

Auch im laufe des Tages kam die Temperatur nicht über 11 Grad hinaus.

Mittags halten wir an einem kleinen Restaurant und essen dort das Tagesmenü: Gerollte Scholle mit Kartoffelpüree, Weisweinsoße und Salat und Cola und Kaffee. Alleszusammen für 7,50 €. Super

Restaurant
Restaurant

In Lulea nehmen wir eine schöne große Hütte mit Dusche, WC und TV, für 85 €

Abendessen Würstchen mit Kartoffelsalat.

 

6. Tag 12.06.2008 Lulea - Sodankylä 393 km gesamt 2746 km

 

Um 6:00 koche ich mir einen Kaffee, dreh mir eine Zigarette und gehe vor die Hütte zum Rauchen(alles Nichtraucher Hütten). Schei.... es Regnet.

Als Ralf und Jörg wach werden frühstücken wir in aller Ruhe und als wir dann die Mopeds gepackt haben scheint die Sonne.

Gegen, 14:00 bereits in Finnland, kommen wir in die erste und einzige Polizeikontrolle.

Ein freundlicher Polizist lässt uns ins Rörchen pusten (natürlich negativ)

Polizei
Polizei


und schickt uns zu einem Zelt am Ende des Parkplatzes, wo uns eine sympatisches Mädel in perfektem Englisch über die Gefahren der Übermüdung auf den eintönigen Finnischen Straßen aufklärt. Dazu werden belegte Brote und Kaffee gereicht. Anschließend macht Sie noch ein Foto von uns dreien mit unseren Mopeds.

Info nach Polizeikontrolle
Info nach Polizeikontrolle
Info nach Polizeikontrolle
Info nach Polizeikontrolle
Info nach Polizeikontrolle
Info nach Polizeikontrolle

An solchen Aktionen sollte sich die Polizei in Deutschland mal ein Beispiel nehmen.

eine halbe Stunde später erreichen wir den Santapark in Rovaniemi. Der öffnet erst in 12 Tagen, naja dann haben wir uns halt die 10 € Eintritt gespart. Statt dessen erklimmen Ralf und ich einen Berg über eine Holztreppe.

Holztreppe
Holztreppe

300 m Fußweg mit gefühlten 500 m Höhenunterschied. Oben Steht ein Ausichtsturm auf dem wir nassgeschwitzt ankommen. Man hat einen schönen Rundumblick auf Rovaniemi und sechs Skisprungschanzen.

Sprungschanzen
Sprungschanzen

Rovaniemi
Rovaniemi

 

Zwei Kilometer weiter kommen wir am nördlichen Polarkreis an. Hier, in Santa Claus Village, steht ein ganzes Dorf aus Andenkenläden, Restaurants und einem Postamt, wo man den begehrten Poststempel auf seine Ansichtskarten bekommt. Wir kaufen etwas ein, Schreiben Grußkarten und machen die obligatorischen Fotos.

Am Polarkreis
Am Polarkreis

Polarkreis
Polarkreis

Wir fahren weiter und die Strasse wird immer eintöniger, immer gerade aus und die Wälder rechts und links (sonst ist da nichts) werden immer trostloser.

Gegen 16:00 fängt es an zu regnen. Um 17:15 kommen wir in Sodankylä an.

Auf dem Campingplatz sind wegen einem Filmfestival in der Stadt alle Hütten belegt.

Da wir im Regen keine lust zum Zelten haben, fragen wir den jungen Mann an der Rezeption ob es in der nähe eine Hütte zu mieten gibt. Er greift zum Telefon und nach einem kurzen Gespräch sagt er, dass in ca. 13 km Entfernung an einem See noch eine Hütte für 4 Personen frei ist und erklärt uns den weg dorthin. Sie kostet allerdings 80 €, hat aber Dusche, WC, Sauna und TV (sehr wichtig wegen Fußball Deutschland - Kroatien).

Dort angekommen erklärt uns die Vermieterin in perfektem Finnisch (wir verstehen kein Wort) die Funktion der Sauna.

Die Hütte liegt direkt am See und verfügt außer der oben genannten Ausstattung noch über einen offenen Kamin. Da die Nutzung der Sauna, und Brennholz für den Kamin auch noch im Preis enthalten sind meinen wir, dass der Preis vollkommen in Ordnung ist.

Ralf und ich gehen erstmal in die Sauna und dann schauen wir Fußball. Das Spiel kommentiere ich hier nicht(Protest).

Luxushütte
Luxushütte

Kamin
Kamin

Wir sind uns einig: Super Glück gehabt.

 

7. Tag 13.06.2008 Sodankylä - Skoganvarre 378 km gesamt 3124 km

 

Am Morgen regnet es und die Temperatur beträgt aufmunternde 6 Grad.

Wir fahren los und frühstücken an der nächsten Tanke. Gegen Mittag hört es auf zu Regnen. Vorbei am Inarisee geht es Richtung norwegische Grenze und wir erreichen um 17:00 Uhr Karasjok. Wir sind beeindruckt,wie sich die Landschaft direkt nach dem überqueren der Grenze verändert. In einem Supermarkt kaufen wir ein und entschließen uns den Campingplatz in Skodanvarre anzufahren. Mittlerweile scheint die Sonne bei 14 Grad Hitze.

Unterwegs sehen wir eine Rentierherde, die in aller Ruhe die Straße überquert.

Rentierherde (im Hintergrund)
Rentierherde (im Hintergrund)

Wir bekommen eine schöne große Hütte mit Dusche, WC und TV für 85 €.

Im Fersehen gibt es nur ein Programm, auf dem wird kein Fußball übertragen, aber das ist nicht tragisch, da Deutschland heute eh nicht spielt.

 

8. Tag 14.06.2008 Skoganvarre - Nordkap - Russenes 353 km gesamt 3478 km

 

Heute werden wir das Ziel erreichen. wir haben noch nie so früh gefrühstückt und fahren schon um 9:00 Uhr los.

In Russenes machen wir einen kurzen Tankstopp und dann zieht es uns zum Kap.

eigentlich wollten wir in Honningsvag noch vor einer Webcam am Hurtigrutenkai posieren aber ein Riesiges Hurtigruten-Schiff verrsperrt die Sicht auf den Kai.

Honningsvag
Honningsvag

Hurtigruten
Hurtigruten

Also weiter, die letzten 30 km.

Fast am Ziel
Fast am Ziel

Fast am Ziel
Fast am Ziel

Es wird immer kälter, die Landschaft ist karg aber beeindruckend. Rechts und links der Straße türmen sich meter hohe Schneewehen.

Hier läuft uns noch eine Rentierherde vor die Mopeds, zwei entgegenkommende Varaderos können scheinbar nur durch ein gut funktionierendes ABS noch rechtzeitig anhalten. Während der ganzen Strecke von Honningsvag zum Kap fahren wir an Wanderern, Nordigwalkern, Joggern und Radfahrern vorbei, die auf dem Weg durch diese Einöde und Kälte zum Kap sind.

Um 14:00 nach einer abenteuerlichen Fahrt bei stürmischem Wind (senkrecht durch Kurven und in Schräglage geradeaus) erreichen wir die Kassenhäuschen am Nordkap. Eintritt 200 Kronen (ca. 25 €)pro Person steht auf einem Schild.

Aber scheinbar wollen die von uns kein Geld, oder sie haben genug eingenommen durch die vier oder fünf Reisebusse von dem Hurtigruten Dampfer, denn die Kassenhäuschen waren nicht besetzt und wir fuhren einfach vorbei.

3 Grad und ein eisiger Wind, aber wir sind total zufrieden.

In der Eingangshalle treffen wir das Pärchen aus Leipzig wieder. Die zwei hatten eine ähnlich gute Fahrt wie wir.

Eingangshalle
Eingangshalle

Kaffe und Kuchen, schweineteuer, aber wir haben ja den Eintritt gespart.

Im Souvenirshop eingekauft, schweineteuer, aber wir haben ja den Eintritt gespart.

Nordkap
Nordkap

Nordkap
Nordkap

Nordkap
Nordkap

Nordkap
Nordkap

Das war's
Das war's

Draussen auf dem Felsen fotografiert und dann wieder zurück nach Russenes wo wir uns eine Hütte für 55 € mieten sie entpuppt sich als Bruchbude, aber wir sind froh ein festes Dach über dem Kopf zu haben.

Russenes
Russenes

 

Im Restaurant esse ich mir ein Steak und trinke mir ein Bier, schweineteuer, aber wir haben ja den Eintritt gespart.

Jeder von uns geht mindestens drei mal in den Souvenirshop, schweineteuer, aber wir haben ja den Eintritt gespart.

 

9. Tag 15.06.2008 Russenes - Skibotn 402 km gesamt 3880

 

Wir fahren früh in Russenes los, weil uns in der ungemütlichen Hütte nichts hält und fahren die bisher schönste Strecke, entlang an Fjorden und Bergen. Endlich mal Kurven.

Um 17:30 Uhr mieten wir uns in Skibotn eine Hütte für 55 €. An der Rezeption bedient uns ein etwa 10 jähriger Junge in gebrochenem englisch, in einem Hinterzimmer sitzt scheinbar seine Mutter (oder Großmutter????) und läßt sich durch nichts vom Fernsehen abhalten. Der Junge sagt uns dass es nur alkoholfreies Bier gibt. (iiiigit).

Ich versuche noch im Ort Bier zu besorgen aber es ist kein Geschäft geöffnet, da heute Sonntag ist.

Die Hütte steht direkt am Strand und die sagenhafte Aussicht entschädigt uns für den bierfreien Abend.

Skibotn
Skibotn

 

 

10. Tag 16.06.2008 Skibotn - Svolvaer 407km gesamt 4287 km

 

Auf der Zufahrt zu den Lofoten eröfnet sich uns eine Überwältigende Landschaft. Es wird wieder grüner und wir fahren entlang gewaltiger Berge und malerrischer Fjorde.

Lofoten
Lofoten

Eigentlich wollen wir Heute nach Sortland, doch mitten in einer Baustelle teilt sich die E10 und wir folgen dem westlichen-, anstatt dem nördlichen Abzweig.

Zwar ist die westliche Route die kürzere aber ich meine durch diese Abkürzung haben wir wahrscheinlich einen der schönsten Abschnitte der Lofoten verpasst.

Als wir unseren Irrtum feststellen ist es zu spät zum umkehren und weil wir abends das Fußballspiel Deutschland - Österreich sehen und noch Bier kaufen wollen, hetzen wir durch die Sagenhafte Landschaft und haben noch nicht einmal Zeit für einen kurzen Stopp zum fotografieren.

In Svolvaer gibt es in zwei riesigen Supermärkten nur alkoholfreies Bier (iiigit).

Direkt nebenan ist ein kleiner Laden mit riesigen Regalen, gefüllt mit allen möglichen Biersorten. Geöffnet bis 18:00 Uhr und es ist 18:45 Uhr. Schei..., wieder ein trockener Abend und das beim Fußballspiel.

Die riesige 8-Personen Hütte mit der sagenhaften Aussicht auf einen kleinen Fjord und das dürftige 1:0 gegen Österreich entschädigen ein klein wenig für die Hetze und den zweiten bierfreien Abend.

Svolvaer
Svolvaer

 

 

11. Tag 17.06.2008 Svolvaer - Saltstraumen 174 km gesamt 4461 km

 

Nach einer wunderschönen fahrt über eine kleine Küstenstraße (815)

Lofoten
Lofoten

und einem Abstecher in ein kleines Fischerdorf erreichen wir um 13:30 den Fährhafen südlich von Moskenes, kaufen die Tickets und können sofort auf die Fähre.

Tschüs Lofoten
Tschüs Lofoten

Auf dem Schiff erzählt uns ein Paar aus Garmisch von einem einzigartigen Naturschauspiel, etwa 30 km südwestlich von Bodo. Dort fließen bei eintretender Flut, bzw. Ebbe 400 Millionen Kubikmeter Wasser durch eine 150 m breite Enge von einem Fjord in den anderen und es bilden Strudel mit bis zu 10 Meter Durchmesser und 4 Meter Tiefe. Wir bekommen die letzte freie Hütte auf dem Platz und beim Betreten werden Erinnerungen an Russenes wach. Immerhin ist sie mit 45 € etwas billiger.

Wir hatten zuvor in einem Supermarkt in Bodo "richtiges Bier" gekauft und vertreiben uns damit beim Fußball die Zeit bis zur eintretenden Flut um 23:30 Uhr.

Saltstraumen
Saltstraumen

Saltstraumen
Saltstraumen

Jörg stellt fest, dass sein Tabak nicht reichen wird und entdeckt an einer Tankstelle ein Schnäppchen. 50 Gramm Zigarettentabak für 175 Kronen ( ca. 22 €). Er kann nur mit Mühe widerstehen.

Kein Tabak
Kein Tabak

 

12. Tag 18.06.2008 Saltstraumen - Nesna 263 km gesamt 4724 km

 

Über die Küstenstraße 17 führt uns der Weg Heute durch sieben Tunnel und mit zwei Fähren nach Nesna. Am zweiten Fährhafen kommen wir um 14:45 an. nach einer Stunde Wartezeit legt die Fähre endlich an. Ein Mann vom Bordpersonal kommt zu uns und erklärt, dass der norwegische König sich auf einer der Inseln aufhält, die Fähre dorthin fährt und wir deshalb nicht mitkönnen. Die nächste Fähre kommt erst in drei Stunden. Super. Denn in dem Fährhafen und im näheren umkreis auf der winzigen Insel ist nur ein kleiner Kiosk mit einem Imbiss. Zum Glück meint es wenigsten das Wetter gut mit uns.

Warten auf die Fähre
Warten auf die Fähre

Wir rufen von dort aus bei dem Campingplatz in Nesna an und reservieren eine Hütte, da wir bedenken haben dort rechtzeitig anzukommen. Mit dieser Fähre überqueren wir den Polarkreis in südlicher Richtung.

Polarkreis
Polarkreis

Polarkreis
Polarkreis

 

 

13. Tag 19.06.2008 Nesna - Foldereid 191km gesamt 4915 km

 

Bei absolutem Spitzenwetter fahren wir weiter über die 17 mit vier weiteren Fähren Richtung Süden und genießen die wunderbare Landschaft.

Mal wieder eine Fähre
Mal wieder eine Fähre

Wir verpassen irgendwie die Einfahrt zu dem Campingplatz, auf dem wir übernachten wollten und landen stattdessen in einem Anglercamp. Lars, der Inhaber, stammt aus Hamburg. Er begrüßt uns , bietet uns sofort eine Hütte an und lädt uns ein das Fußballspiel zusammen mit den Anglern anzuschauen.

Wir nehmen unser Abendessen im Restaurant ein, bestellen uns für den nächsten Morgen Früstück vom Buffet und Bezahlen für alles zusammen 60 € pro Person, inklusive der Hütte.

Das Fußballspiel Deutschland - Portugal (3:2) verfolgen wir in gemütlicher Runde. auf einem großen TFT-Bildschirm mit deutschem Kommentar. Lars gibt für jedes deutsche Tor einen Obstler aus und alle hoffen auf ein Elfmeterschießen.

Folderid
Folderid

Der Fjord in Foldereid
Der Fjord in Foldereid

Restaurant in Foldereid
Restaurant in Foldereid

Foldereid
Foldereid

 

14. Tag 20.06.2008 Foldereid - Trondheim 268 km gesamt 5183 km

 

Wir fahren zunächst noch auf der 17 weiter, nehmen dann eine Querverbindung zur E6 und kommen erstmals wieder durch größere Städte (ätzend).

Die E6 ist ziemlich ermüdend, so dass wir kurz vor Trondheim eine Hütte nehmen.

Trondheim
Trondheim

 

 

15. Tag 21.06.2008 Trondheim - Eresfjord 241 km gesamt 5474 km

 

Wir fahren zeitig los und machen gegen Mittag halt an einem Imbiss in den Bergen. Als wir dann witerfahren setzt heftiger Dauerregen ein. Die wolkenverhangenen Berge lassen erahnen wie schön das bei gutem Wetter aussehen muss und die kurvigen Straßen machen selbst im Regen noch Spaß.

Um 17:00 haben wir aber keine Lust mehr im Regen zu fahren und nehmen uns in Eresfjord eine Hütte. Der Inhaber des Platzes zeigt uns einen Trockenschrank für unsere nassen Sachen.

Eresfjord
Eresfjord

Eresfjord
Eresfjord

 

16. Tag 22.06.2008 Eresfjord - Strynsvatn 226 km gesamt 5700 km

 

Kaum zu glauben, beim Frühstück scheint die Sonne ins Fenster und wir hoffen auf schönes Wetter für die geplante Tagesetappe.

Bei Jörg und Ralf treten plötzlich heftige Auswirkungen von Lagerkoller ein.

Sie geben ihren Motorräder Namen und sprechen mit ihnen bairisch.

Jörgs GS heißt "Zenzi" und Ralf nennt seine K "Sepp".

Wenn es nicht so traurig währe könnte man fast darüber Lachen.

Trollstigen: Geil

Trollstigen
Trollstigen

Gipfel am Trollstigen
Gipfel am Trollstigen

Trollstigen
Trollstigen

Trollstigen
Trollstigen

Trollstigen
Trollstigen

 

Geiranger
Geiranger

Geiranger
Geiranger

Geiranger
Geiranger

Geiranger: Fantastisch

Da es erst gegen Abend anfängt zu tröpfeln, haben wir heute 226 Kilometer mit Kurven, Kurven und nichts als Kurven, durch beeindruckende Landschaften die einfach nur Spaß machen, hinter uns. Ein Pass nach dem anderen und am letzten Pass trauten wir unseren Augen nicht: Zwei Jungens heizten, nach hinten durch ein Auto vom nachfolgenden Verkehr abgeschirmt, mit Skateboards die Straße hinunter.

Wir mieten eine Hütte für 85 €, mit Dusche und WC und schöner Aussicht auf einen See und die Berge.

Strynsvatn
Strynsvatn

 

 

17. Tag 23.06.2008 Strynsvatn - Vik 217 km gesamt 5917 km

 

Irgend wann in der Nacht hat es aufgehört zu regnen und wir sind beim Frühstück noch optimistisch was das Wetter betrifft.

Als wir gerade das letzte frische Brötchen auf haben, fängt es wieder an zu schütten.

Wir Packen und fahren los, vieleicht ist das Wetter ja Richtung Süden besser.

Aber weit gefehlt es regnet den Ganzen Tag und selbst unsere bisher Wasserdichte Kleidung gibt den Wassermassen nach.

Jörg und ich haben ein Feuchtbiotop in unseren Stiefeln und Ralfs Regenhose hat sich auch entschieden Wasser durchzulassen. Irgendwo am Reißverschluss läßt meine Jacke Wasser durch, von dort läuft es in die Hose, wo es nicht mehr hinaus kann, weil diese Wasserdicht ist. Ein tolles Gefühl.

In Vik mieten wir eine große Hütte für 60 €, mit guter Heizung zum trocknen unser Sachen.

Trockenraum 1 (Wohnzimmer)
Trockenraum 1 (Wohnzimmer)

Trockenraum 2 (Bad)
Trockenraum 2 (Bad)

Die linke Hälfte ist unsere
Die linke Hälfte ist unsere

 

 

18. Tag 24.06.2008 Vik - Flateland 338 km gesamt 6255 km

 

Bei der Abfahrt in Vik tröpfelt es noch leicht, hörtaber bald auf. Es geht direkt Steil Bergauf und oben auf dem Berg springt Jörgs Eiswarner an. 1,5 Grad, rechts und links der Sraße noch meterhoher Schnee und Neuschnee auf den Gipfeln rundherum.

Zugefrorener See
Zugefrorener See

Zugefrorener See 2
Zugefrorener See 2

Ausruhen
Ausruhen

Am zugefrohrenen See
Am zugefrohrenen See

Bergab wird es wieder wärmer und ich kann sogar wieder meine Strickjacke ausziehen.

Wir fahren noch über zwei Pässe und kommen dann durch eine Baustelle. Kurz danach gibt Jörg Zeichen zum Anhalten, er hat Druckverlust im Hinterreifen, ein Nagel steckt im Profil. Er füllt an einer Tankstelle Luft nach und wir können noch die Letzten paar Kilometer bis zum Campingplatz fahren.

Wir entschließen uns am nächsten Tag auf den Abstecher zum Lysefjord zu Verzichten.

 

19. Tag 25.06.2008 Flateland - Hirtshals 166 km gesamt 6421 km

 

Als wir um 9:00 Uhr losfahren wollen sehen wir das Jörgs Hinterreifen fast platt ist.

Wir ziehen den Nagel heraus und füllen den Reifen mit Pannenspray.

Dann fahren wir durch bis Kristiansand und sind um 13:30 im Fährhafen.

Unsere Motorradtour mutiert zur Wandertour.

Wir latschen gefühlte 5 km zum Bahnhof weil wir mit den Motorrädern nichtmehr aus dem Terminal heraus kommen und es dort nichts zu Essen gibt.

Die Fähre in Kristiansand
Die Fähre in Kristiansand

Die Fähre legt pünktlich um 16:30 Uhr ab und wir sind um 20:00 Uhr in der reservierten Hütte.

Wir packen kurz aus und schauen uns im gut gefüllten Fernsehraum das Fußballspiel Deutschland - Türkei an. Auf der Fähre hatten wir uns mit zwei Herrenhandtaschen

( Budweiser) eingedeckt, die wir beim Spiel leeren.

Fazit: Gute Stimmung, schlechtes Spiel, gutes Ergebnis.

Hirtshals
Hirtshals

 

 

20. Tag 26.06.2008 Hirtshals - Remscheid 903km gesamt 7324 km

 

Jörgs Reifen scheint die Luft zu halten und wir fahren um 10:00 Uhr los.

Eine unspektakuläre Autobahnfahrt mit maximal 110 km/h wegen Jörgs Reifen.

An der Raststätte Teklenburgerland halten wir letztmals an und Verabschieden uns, weil Jörg in Wuppertal Nord auf die A46 abbiegt.

TecklenburgerlandTecklenburgerland

Um 23:30 Uhr bin ich zu Hause und es ist Dunkel erstmals seit 19 Tagen.

Hier noch ein paar Videos (sorry für den schlechten Ton)

http://www.myvideo.de/watch/4629656/Norwegen_Juni_2008_5

http://www.myvideo.de/watch/4629652/Norwegen_Juni_2008_4

http://www.myvideo.de/watch/4629649/Norwegen_Juni_2008_3

http://www.myvideo.de/watch/4629639/Norwegen_Juni_2008_2

http://www.myvideo.de/watch/4629633/Norwegen_Juni_2008_1

 

Fazit:

Wir haben uns bestens verstanden und haben eine Menge Spaß gehabt.

Wir hatten eine Super Reise. Abgesehen von 2 Regentagen und einigen Schauern

hatten wir Sagenhaftes Glück mit dem Wetter. Leute, mit denen wir sprachen, berichteten von 14 tagen Dauerregen in Südnorwegen, einige haben sogar die Reise wegen schlechtem Wetter abgebrochen.

Unsere Zeltausrüstung hätten wir nicht mitschleppen müssen, wir haben sie nicht gebraucht. Aber es war schon beruhigend sie dabei zu haben für den Fall dass man keine Hütte findet.

Die Motorräder sind super gelaufen und bis auf den Nagel in "Zenzis" Reifen hatten wir keine Panne.

Ich bereue nicht mich für die Transalp entschieden zu haben, im Gegenteil.

Mir tat nichts weh und es war eine äußerst bequeme Fahrt.

Auf den Lofoten wäre ich gerne etwas länger geblieben, aber wenn man zu dritt Fährt muss man Kompromisse eingehen.

Dass wir nicht mehr zum Lysefjord gefahren sind, ist nicht schlimm, da ich im nächsten Jahr mit meiner Frau nach Südnorwegen will.

Alles in allem hat die Fahrt Spaß gemacht und ich würde sofort wieder losfahren wenn ich die Zeit und das nötige Kleingeld hätte.

 

Naja jetzt noch das übliche: Wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten.





Die letzten Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Smi( smiundsmunordkap2014.de ), 12.08.2013 um 18:14 (UTC):
Ich habe nun zum wiederholtem Male den Bericht hier gelesen und ich freue mich immer mehr auf unsere geplante Nordkaptour. Leider ist es erst 2014 so weit. Immer wieder finde ich hier Infos, die wir für unsere Planung nutzen können. Gruß Smi (www.nordkap2014.de)

Kommentar von Dirk S.( sommer.defreenet.de ), 24.05.2013 um 21:27 (UTC):
Sehr informativer Bericht, der meinen Wunsch wieder verstärkt endlich zum NORDKAP zu reisen. Danke

Kommentar von Peter Rüssel( peter.ruesselkabelmail.de ), 20.05.2013 um 14:50 (UTC):
Super Bericht. Wir (GS 1200 und Touren Harley)fahren am 08.06.2013 Kiel-Oslo und dann die Tour andersherum. Leider sind wir nur zu zweit. Haben bislang noch keine Mitfahrer gefunden. Vielen Dank für die vielen kleinen Tips. Beste Grüße an Sepp und Zenzi und ihre Besitzer - Peter

Kommentar von Siegfried Dawedeit( s.dawedeitweb.de ), 18.05.2013 um 08:30 (UTC):
Hallo, sehr schöner Bericht.
Ich bin zu meinem 60. Geburtstag mit meiner Honda Deauville allein durch Finnland und Norwegen zum Nordkap gefahren un bin am 13.06.07 am Kap gestanden. Bin zurück auch über RV 17, teilweise bei schönstem Wetter, danach nur noch Dauerregen, würde es aber immer wieder tun, allerdings nicht mehr unbedingt allein. Schöne Grüße aus Lüdenscheid.

Kommentar von Smi( pandafahrerarcor.de ), 21.10.2012 um 08:25 (UTC):
Hey! Toller Bericht. Zu meinem 50sten will ich auch zum Nordkap. Eure Route gefällt mir sehr. Ich habe noch einige Fragen, auf denen ich im Netz noch nicht so wirklich ntworten gefunden habe: Wie klappt es auf den Fähren mit den sichern der Mopeds? (Spanngurte mitnehmen??) Sollten wir Geld tauschen? Mann hört, dass man zum TAnken am Besten eine Kreditkarte nimmt (mit Pin oder Unterschrift??). Vielleicht kann mir/uns jemand Hinweise zu meinen Fragen geben. Danke !! Smi

Kommentar von Franz( franz.niessnerweb.de ), 12.09.2012 um 08:40 (UTC):
Hey,
da bekommt man ja echt Lust zu einer Rundreise in den Hohen Norden!
Super dieser Bericht ++++


Grüße
Franz aus dem Remstal

Kommentar von Alexander( Pegaso-Gardaplanet.ms ), 25.12.2011 um 17:30 (UTC):
Hallo us Kölle,
bin erst seit kurzem dem Virus Moped verfallen und plane eine große Tour. "Back to the roots" - in einer Lebenskrise mit fast 45. Das Nordkap soll es sein. Vielleicht mit Schweden.
Euer Bericht hilft mir bei der Planung und sagt mir, dass ich es evtl. mit meiner Garda schaffe. Vielen Dank für eure Mühen, den Bericht zu veröffentlichen.
mfg Alex

Kommentar von Steffen( st.grueneryahoo.de ), 05.11.2011 um 20:14 (UTC):
Wann ist eigentlich die beste Reisezeit nach aufs Kap?Sind im Sommer nicht viele Mücken.Wie ists im September?Grüße Steffen

Kommentar von karlheinz( NyugatAol.com ), 27.08.2011 um 15:38 (UTC):
Dein Bericht hat mir gut gefallen.Meine Frau und ich planen gerade für nächstes Jahr eine vierwöchige Tour und bedanken uns für die Informationen.mfg karlheinz

Kommentar von norbert( ), 09.08.2011 um 13:57 (UTC):
witzig geschrieben mit tollen bildern. freue mich auf unsere nordkap - tour nächstes jahr.

Kommentar von Andreas ( ag357web.de ), 20.05.2011 um 19:39 (UTC):
Danke für den interessanten Bericht. Ich möchte im kommenden Jahr fahren, wie siehst aus mit der Sprache, wie ist die Tankstellendichte da oben, sollte man Unterkünfte vorbuchen ( werde wohl allein fahren )?

Kommentar von Philipp( SIBI777live.at ), 19.05.2011 um 16:20 (UTC):
Hammermäßig der Bericht! Vielen Dank, da bekomm ich ja noch mehr Lust aufs Nordkap als ich ohnehin schon hatte!



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